Fahrplanauskunft

Mit den Digitalen Zwillingen gegen den Fachkräftemangel

Zugbetreiberin National Express setzt neue Maßstäbe in der Ausbildung von Lokführer*innen

Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen der Bahnbranche – doch die National Express Rail GmbH begegnet ihm mit einem hohen Maß an Kreativität. Jüngstes Beispiel: der „Digitale Zwilling“. Dieses in Deutschland bislang einzigartige Trainingsinstrument für Triebfahrzeugführerinnen und -führer ermöglicht realistische, interaktive Schulungen – ohne dass sich die Mitarbeitenden am Fahrzeug befinden müssen. 

Die Idee dafür hatte Daniel Jentz, Schulungsentwickler bei National Express, im März 2023. Sein Ziel: die Ausbildung praxisnäher, flexibler und motivierender gestalten. Gemeinsam mit dem Innovationszentrum für Bahntechnik und Mobilität (IZBTM) entstanden daraufhin fotorealistische 3D-Modelle der beiden bei National Express eingesetzten Fahrzeugbaureihen: vom „Hamsterbacken“-Triebzug der Baureihe 442 des Herstellers Bombardier bis zu den für die RRX-Linien eingesetzten Siemens Desiro HC Fahrzeugen. Bereits Ende 2024 konnte der Digitale Zwilling in den Fortbildungsunterricht integriert werden. 

Trainieren, was in der Realität kaum möglich ist 

Der Digitale Zwilling funktioniert wie ein hochmoderner 360°-Rundgang durch den Zug, geht aber weit über eine reine Ansicht hinaus. Die Bedienelemente im Fahrzeug – vom Schalter über Türen bis zu Klappen – sind interaktiv und lassen sich mit dem Finger am Tablet oder der Maus am Rechner bewegen. So lassen sich die täglichen Arbeitsschritte und Standardprozesse, wie der Vorbereitungsdienst, immer wieder üben, bis sich Routine für die sichere Ausführung der notwendigen Handgriffe einstellt.  

Ein weiterer Vorteil: Mit dem Digitalen Zwilling lassen sich auch seltene oder potenziell gefährliche Betriebssituationen realistisch simulieren. Dazu gehören beispielsweise Türstörungen oder das Abschleppen eines liegengebliebenen Zuges; Szenarien, die in der Realität sonst nur vereinzelt in Unterrichten geprobt werden können.

Auf das Fahrzeugdach zu steigen oder unter dem Zug zu arbeiten, ist im Alltag nicht machbar – im Digitalen Zwilling geht das gefahrlos,

erklärt Jentz. So können Bauteile wie Stromabnehmer oder Fahrmotoren anschaulich gezeigt und im Detail erläutert werden.

Preisgekrönte Innovation 

Die Resonanz in der Branche ließ nach Inbetriebnahme des Systems nicht lange auf sich warten: Im Rahmen der 3. Bildungskonferenz des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wurden National Express und das IZBTM von der VDV-Akademie mit dem Bildungspreis für exzellentes digitales Lernen im öffentlichen Verkehr ausgezeichnet. Die Jury würdigte besonders die praxisorientierte Umsetzung und die kurze Entwicklungszeit – in der Regel dauert die Einführung solcher Trainingslösungen deutlich länger. 

Blick in die Zukunft 

National Express nutzt den Digitalen Zwilling bereits zur Fortbildung bzw. Kompetenzerhaltung von ausgebildetem Zugpersonal. Zusätzlich soll das digitale Tool den Quereinsteiger*innen bei National Express während ihrer 40 praktischen Fahrschichten als tägliches Ausbildungswerkzeug dienen: Da hier oft mehrere Auszubildende gleichzeitig in einem Zug mitfahren, können jene, die auf ihren Praxiseinsatz warten, die Abläufe per Tablet am Digitalen Zwilling üben. Weitere Unternehmensbereiche, wie die Technikabteilung, haben Interesse an dem Ausbildungswerkzeug signalisiert. Geplant ist, den digitalen Zwilling gemäß dem laufend ermittelten Bedarf um zusätzliche Trainingsmodule und Funktionen zu erweitern.  

 

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Ihre Ansprechpartner*in:

National Express Rail GmbH
Katharina Duric
E-Mail presse@nationalexpress.de

National Express Rail GmbH

Die 2012 gegründete National Express Rail GmbH, mit Hauptsitz in Köln, ist Teil der britischen Mobico Group PLC. In Deutschland beschäftigt National Express aktuell rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit dem Betriebsstart am 13. Dezember 2015 betreibt National Express in Nordrhein-Westfalen die beiden Linien RE 7 sowie die RB 48. Am 9. Juni 2019 wurde die Linie RE 5 (RRX) des Mobilitäts- und Infrastrukturprojektes Rhein-Ruhr-Express (RRX) übernommen, gefolgt von der Linie RE 6 (RRX) am 15. Dezember 2019. Am 13. Dezember 2020 nahm das Unternehmen zudem den Betrieb der Linie RE 4 auf.

Am 1. Februar 2022 wurden die Linien RE 1 (RRX) und RE 11 (RRX) im Rahmen eines Notvergabeverfahrens übernommen. Im Februar 2023 erhielt National Express den Zuschlag für die Neuausschreibung des langfristigen Betriebs dieser Linien. Damit ist National Express alleiniger Betreiber des RRX-Vorlaufbetriebs bis 2033.

Presse vom

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