25.11.2025

Eisenbahner*innen im Betrieb: Ausbildungsstart 2025

Eisenbahner*innen im Betrieb: Ausbildungsstart 2025

Vier Azubis bewegen als Lokführer*innen Großes  

Vier junge Erwachsene sind im September 2025 auf Nordrhein-Westfalens Schienen in eine Ausbildung mit Zugkraft eingestiegen. Kimberly, Arin, Fynn und Stella werden Lokführer*in bei National Express (NX). Sie erzählen, wie sie zu diesem außergewöhnlichen Beruf gefunden haben, was sie in ihrem ersten Monat in der Kölner NX-Zentrale erlebt haben und worauf sie sich noch freuen.  

Vier Wege, ein Ziel: der Führerstand  

Die Gruppe ist bunt gemischt: Kimberly Emmerling (18) kommt aus Remscheid, Arin Kadir (18) aus Bonn, Fynn Maar (19) hat für die Ausbildung den Umzug von Mönchengladbach nach Köln auf sich genommen, Stella Feldbusch (20) kommt aus Kerken. Dass sie heute gemeinsam in der Ausbildung zur Eisenbahnerin bzw. zum Eisenbahner im Betriebsdienst (EiB) sitzen, war für keine*n von ihnen ein Selbstläufer, aber eine bewusste Entscheidung.  

„Ich hatte nach meinem Hauptschulabschluss der Klasse 9 ursprünglich eine Ausbildung zur Landwirtin begonnen, aber schnell gemerkt, dass das auf Dauer nichts für mich ist", erzählt Kimberly. Der Zufall – oder besser: eine Werbeanzeige im Zug – machte sie neugierig. Heute sagt sie überzeugt: „Das ist meine neue Leidenschaft.“  

Auch Stella war zunächst in einem anderen Berufsfeld unterwegs. Durch viele Zugfahrten und damit verbundene Verspätungen fing sie an, sich mit den Abläufen und Herausforderungen im Bahnverkehr zu beschäftigen. „Ich fand das alles ziemlich interessant“, sagt sie rückblickend.  

Für Arin war der Wunsch schon früh da: „Schon seit dem Kindergarten wollte ich Lokführer werden“, sagt er. Zwar zog es ihn nach dem Realschulabschluss zunächst in Richtung Studium (Maschinenbau und erneuerbare Energien), doch das Interesse am Zugfahren ließ ihn nicht los: „Ich habe gemerkt, dass mich das einfach nicht erfüllt. Der Beruf des Lokführers dagegen schon.“  

Bei Fynn sprang der Funke zur Eisenbahn bereits früh durch viele Zugreisen zu Freunden und Familie über. Spätestens nach seinem Hauptschulabschluss der Klasse 10 war ihm klar: „Das ist mein Traumberuf.“ Den entscheidenden Impuls gab eine Jobmesse im Sommer 2024, auf der National Express bleibenden Eindruck hinterließ: „Die Kollegen dort waren super, das hat gepasst.“  

Erster Monat: Fahrpraxis und Teamspirit

Der Einstieg in die Ausbildung war aufregend und positiv überraschend. „Unsere erste Mitfahrt im Führerstand war definitiv das Highlight“, sagen Kimberly und Stella wie aus einem Mund. Fynn erinnert sich besonders daran, „das erste Mal selbst fahren zu dürfen.“  Arin hingegen hebt ein gemeinsames Teamevent hervor: „Der Escape Room mit den anderen Ausbildungsunternehmen war richtig cool und hat uns gleich zusammengeschweißt.“  

Alle vier betonen, wie schnell sie Anschluss gefunden haben; auch über das eigene Ausbildungsjahr hinaus. „Die Kolleg*innen aus dem zweiten Lehrjahr sind nach wie vor mit viel Freude dabei. Das gibt Zuversicht“, berichtet Stella. Während Fynn nickend beipflichtet, ergänz Arin:

Mich hat die familiäre Art im Unternehmen positiv überrascht. Jeder mit jedem.

Theorie, Praxis und die erste echte Fahrt  

Natürlich ist die Ausbildung auch mit viel Theorie verbunden: Technik, Sicherheitssysteme, wie die PZB, und Vorschriften. Aber genau das reizt einige der angehenden EiB: „Ich freue mich darauf, die Zusammenhänge in der Theorie kennenzulernen und wirklich zu verstehen“, so Stella.  

Worauf die vier sich einstimmig am meisten freuen? Die erste völlig eigenverantwortliche Fahrt mit Fahrgästen. „Ich freue mich riesig darauf, habe aber auch ordentlichen Respekt davor “, gibt Kimberly lachend zu. Fynn antwortet pragmatisch: „Ich will im Fahrbetrieb eingesetzt werden. Punkt.“  

Nächster Halt: Schreibtisch 

Nach den Einführungswochen in der Unternehmenszentrale von NX hieß es: Stift statt Steuerung. Zuerst ging es für die Gruppe nach Siegburg zum Bildungsträger LokSpace. Dort stand die sogenannte Anlage 5 auf dem Programm: die allgemeinen Fachkenntnisse, die man für den Triebfahrzeugführerschein braucht. Anschließend folgte das Lernmodul zu den Grundlagen des sicheren Eisenbahnbetriebs in der Dürener Ausbildungsstätte LUKAS. Vermittelt werden hier unter anderem Unfallverhütung, sicheres Fahren, Signale, Rangieren, Fahrpläne sowie Geschwindigkeiten. Aktuell besuchen die angehenden Triebfahrzeugführer*innen das Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg (NAOB) in Köln. Hier stehen neben weiteren Grundlagen des Eisenbahnbetriebs, Verkehrsplanung, betriebliche Abläufe sowie wirtschaftliche und rechtliche Zusammenhänge auf dem Lehrplan. Dazu kommen Arbeitssicherheit, Kommunikation, Umweltschutz und digitale Arbeitsprozesse. 

Fazit: Nicht nur ein Job, sondern eine Berufung  

Ob über Umwege oder mit Kindheitstraum: Die vier Azubis zeigen, dass der Beruf als Lokführer*in weit mehr ist, als Knöpfe drücken und Strecken abfahren: Technik, Verantwortung, Abwechslung und Teamgeist prägen den Alltag und machen den Beruf für junge Menschen zu einer echten Zukunftsperspektive. Als ehemals angehende Landwirtin fasst Kimberly zusammen: „Meine Kühe sind jetzt mein Hobby und die Züge mein Beruf.“ 

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Eine Frau, die eine "National Express"-Weste trägt, steht im Freien und blickt in die Ferne. Vor einem strahlend blauen Himmel sind Stromleitungen und Teile eines weißen Fahrzeugs oder Zugs zu sehen.

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